Süsswein
FAQ
Süsswein ist ein Wein mit hohem Restzuckergehalt, der ihm eine deutliche Süsse verleiht. Der Zucker bleibt im Wein, weil die alkoholische Gärung vorzeitig gestoppt wird oder der Zucker aufgrund eines sehr hohen Mostgewichts nicht vollständig vergoren werden kann.
Süssweine entstehen durch verschiedene Methoden: durch sehr späte Lese überreifer Trauben, durch Einfrieren der Trauben (Eiswein), durch Anfrieren/Antrocknen der Beeren (Trockenbeerenauslese) oder durch Edelfäule (Botrytis). Eine Mindestsüsse von 40 g Zucker pro Liter wird in der EU für Süsswein angegeben.
Charakteristisch ist die starke Restsüsse, die
oft mit hoher Säure und intensiven Fruchtaromen (Honig, Aprikose, Mango,
Orange) harmoniert. Süsswein eignet sich hervorragend als Dessertwein und
wird traditionell am Ende einer Mahlzeit zum Dessert oder zu Käse gereicht. Bekannte
Beispiele sind Eiswein, Trockenbeerenauslese, Marsala und Portwein. Süsswein eignet sich hervorragend als Dessertwein und wird oft zu Käse oder fruchtigen Desserts gereicht.
Süsswein kann auf verschiedene Weisen hergestellt werden. Bei Eiswein werden gefrorene Trauben gepresst, wodurch das Wasser als Eis zurückbleibt und der Zucker im Most konzentriert wird. Andere Methoden umfassen die Nutzung edelfauler Trauben (Botrytis cinerea), die den Zuckergehalt durch natürlichen Wasserverlust erhöhen. Ein weiterer Ansatz ist die spätere Ernte der Trauben, um mehr Zucker zu gewinnen. Einige Süssweine, wie Portwein, werden durch die Zugabe von Alkohol während der Gärung gesüsst.
Es gibt viele verschiedene Arten von Süsswein, darunter Eiswein, Trockenbeerenauslese, Beerenauslese, Spätlese und Muskatweine. Zu den bekanntesten Süssweinarten weltweit gehören:
- Sauternes: französischer Süsswein aus Bordeaux, mit Honig-, Aprikosen- und Pfirsicharomen.
- Tokaji Aszú: ungarischer Süsswein aus edelfaulen Trauben, komplex mit Honig, kandierten Früchten und Gewürzen.
- Portwein: portugiesischer Likörwein, gestoppt durch Branntweinzugabe, in Stilen Ruby, Tawny und Vintage.
- Moscatel de Setúbal: portugiesischer süsser Muskatwein mit Aromen von Orangenblüten und Gewürzen.
- Eiswein: aus gefrorenen Trauben, kristallklare Frucht mit hoher Säure.
- Late Harvest: aus spät geernteten, zuckerreichen Trauben, weltweit produziert.
- Strohwein: getrocknete Trauben auf Schilf- oder Strohmatten, z. B. italienischer Recioto und Vin Santo.
- Likörwein / aufgespritteter Süsswein: Gärung durch Alkoholzusatz gestoppt, z. B. Madeira, Marsala, Málaga und Sherry.
- Moscato d'Asti: leicht perlender, fruchtiger Süsswein aus dem Piemont mit niedrigen Alkoholwerten.
Süssweine werden oft nach dem Restzuckergehalt klassifiziert: lieblich (18–45 g/l), süss (ab 45 g/l) und mild (über 45 g/l). Sie eignen sich hervorragend als Dessertwein und passen gut zu Kuchen, Schokolade, Käse und Fruchtdesserts.
Süsswein passt hervorragend zu einer Vielzahl von Speisen, insbesondere zu Desserts wie Obsttartes, Schokoladendesserts oder cremigen Puddings. Edelsüsse Weine wie Sauternes harmonieren gut mit Blauschimmelkäse, Foie Gras oder auch würzigen Gerichten, da die Süsse den kräftigen Aromen entgegenwirkt. Eisweine und Trockenbeerenauslesen ergänzen fruchtige Desserts und feine Torten ideal und bieten ein ausgewogenes Geschmacksprofil zum Dessertabschluss.
Süsswein sollte an einem kühlen, dunklen Ort gelagert werden, idealerweise bei einer Temperatur zwischen 10 und 15 °C. Da viele Süssweine einen hohen Zuckergehalt haben, sind sie oft länger haltbar als trockene Weine. Einige edelsüsse Weine wie Sauternes oder Trockenbeerenauslesen können über Jahrzehnte reifen und dabei an Komplexität gewinnen. Geöffnete Flaschen Süsswein sollten im Kühlschrank aufbewahrt werden und sind je nach Art und Stil noch mehrere Wochen geniessbar.