Single Cask
Für eine faire Verkostung hilft ein kleines Nosing-Glas und moderate Temperatur (zu kalt dämpft Aromen). Gib dem Rum ein paar Minuten im Glas, bevor du beurteilst. Bei sehr hoher Abfüllstärke kann ein kleiner Wasserzusatz Aromen öffnen – ohne den Charakter zu „verwässern“. Ziel ist nicht „stärker = besser“, sondern Balance und Klarheit im Profil.
Nein – Single Cask ist kein automatisches Qualitätsurteil, sondern eine Stilbeschreibung. Einzelfässer können extrem spannend sein, weil sie einen unverfälschten Fasscharakter zeigen. Sie können aber auch kantig oder sehr holzbetont wirken. Umgekehrt können Blends sehr komplex und präzise ausbalanciert sein. Entscheidend sind Rohstoff, Destillation, Fassqualität, Reife und Abfüllentscheid – nicht allein das Wort „Single Cask“.
Bei Single Cask ist eine Altersangabe oft leichter zu deuten, weil sie sich nicht auf mehrere Komponenten bezieht. Trotzdem gilt: Die Zahl allein erklärt nicht alles. Tropenreifung kann schneller intensiven Fass-Einfluss bringen als kontinentale Lagerung; Fassart und Lagerbedingungen prägen Aromatik und Farbe stark. (Wenn „Single Cask“ nicht streng geregelt ist, lohnt zusätzlich der Blick auf Etikett-Details zu Fasswechseln/Finish.)
Bei Single Cask helfen dir Etikettangaben besonders, den Stil einzuordnen:
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Fassnummer (Cask No.) und ggf. Batch-/Release-Info
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Destillations- und Abfülldatum (oder Alter)
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Fassart (z. B. Ex-Bourbon, Ex-Sherry) und ggf. „Finish“/Zweitbelegung
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Abfüllstärke (% vol.)
Je mehr davon klar angegeben ist, desto einfacher ist der Vergleich zwischen Abfüllungen – gerade weil Einzelfässer stark variieren können.
Single Cask beschreibt die Quelle (ein Fass). Cask Strength (Fassstärke) beschreibt die Abfüllstärke – meist nahe an der Fassstärke und oft wenig oder gar nicht mit Wasser reduziert. Diese Begriffe sind unabhängig: Ein Rum kann Single Cask, aber reduziert sein – oder Cask Strength, aber aus mehreren Fässern (z. B. Small Batch).
Die Flaschenzahl hängt vor allem von Fassgrösse, Füllstand, Reifedauer, Lagerklima (Verdunstung) und der Abfüllstärke ab. Ein Single Cask ist daher fast immer eine limitierte Abfüllung – die konkrete Stückzahl ist von Fass zu Fass unterschiedlich.
Single Cask ist häufig teurer, weil ein Fass nur eine begrenzte Flaschenzahl ergibt und nicht durch Blending „gestreckt“ werden kann. Zusätzlich spielen Selektion, Transparenz/Abfüllinfos und Lagerfaktoren (Verluste durch Reifung) eine Rolle. „Teurer“ heisst dabei nicht automatisch „besser“ – es bedeutet vor allem: seltener und oft stärker kuratiert.
Blended Rum wird aus mehreren Komponenten zusammengestellt, um ein definiertes, wiederholbares Profil zu erreichen. Single Cask zeigt dagegen den „Moment“ eines einzelnen Fasses – mit allen Eigenheiten, Stärken und Schwankungen. Das ist weniger „besser vs. schlechter“ als eine Stilfrage: Konstanz (Blend) versus Einzelfass-Charakter (Single Cask).
In vielen Märkten ist „Single Cask“ nicht bis ins Detail gesetzlich geregelt, sondern eher eine branchenübliche Bezeichnung. Dadurch können Details variieren (z. B. ob ein Rum zwischendurch umgelagert wurde). Für mehr Klarheit helfen Etikettangaben wie Fassnummer, Destillations-/Abfülldatum, Fassart und ggf. ein Hinweis auf Umfüllungen.
Single Cask (auch „Single Barrel“) heisst, dass der Rum aus einem einzigen Fass abgefüllt wurde und nicht mit Rum aus anderen Fässern vermählt ist. Das macht solche Abfüllungen oft besonders individuell – zwei Fässer können trotz gleicher Destillerie stark unterschiedlich schmecken.