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Jetzt entdeckenCalvados
Als „empfehlenswert“ gelten oft Produzenten, die einen klaren Stil, verlässliche Qualität und eine nachvollziehbare Reifelogik bieten – von fruchtigen Einstiegen bis zu komplex gereiften Abfüllungen. Beispiele bekannter Häuser sind:
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Christian Drouin – breite Spannweite von zugänglich bis sehr gereift.
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Père Magloire – klassischer Pays-d’Auge-Stil, häufig als Referenz genannt.
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Château du Breuil – etabliertes Haus aus der Normandie mit verschiedenen Reifeprofilen.
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Boulard – traditionsreiche Marke
Weitere bekannte Namen, die in Calvados-Kreisen häufig auftauchen, sind z. B. Roger Groult oder andere regionale Häuser – hier lohnt sich der Blick auf Appellation, Reifeangabe und Stil.
Ungeöffnet ist Calvados in der Regel sehr lange stabil. Nach dem Öffnen bleibt er meist ebenfalls lange genusstauglich, allerdings können Aromen über Monate/Jahre langsam flacher werden – besonders, wenn viel Luft in der Flasche ist.
Praktische Lagerung: stehend, lichtgeschützt, möglichst temperaturstabil und gut verschlossen. Bei sehr niedrigem Füllstand kann Umfüllen in ein kleineres Gefäss helfen, den Luftkontakt zu reduzieren.
Cidre ist ein vergorenes Apfelgetränk (fermentiert, meist deutlich niedriger im Alkohol). Calvados entsteht, wenn Cidre destilliert und anschliessend im Holz gereift wird.
Dadurch ist Calvados aromatisch konzentrierter und strukturell komplexer: Destillation bündelt die Aromen, die Fassreife ergänzt Würze und Tiefe.
Calvados wird häufig pur in einem aromenbündelnden Glas serviert, bei moderater Temperatur (zu kalt wirkt er oft verschlossener, zu warm dominieren Alkoholnoten). Je nach Stil kann ein kleiner Tropfen Wasser helfen, Aromen zu öffnen.
In der Bar funktioniert Calvados auch als strukturgebende Basis in klassischen Rezeptideen (z. B. mit Zitrus oder Bitter), und in der Küche wird er traditionell zum Ablöschen oder zum Aromatisieren von Apfel-/Rahm-Saucen und Desserts genutzt.
Der Geschmack hängt stark von Reifegrad und Appellation ab. Junger Calvados erinnert häufig an frischen Apfel, Apfelschale, Blüten und wirkt lebendig. Mit zunehmender Fassreife treten oft Vanille, Karamell, Backgewürze, geröstete Nüsse und getrocknete Früchte hinzu.
Sehr alte Qualitäten können zusätzlich Noten von Tabak, Kaffee, dunkler Schokolade oder kompottartigen Früchten entwickeln – ohne dass der Apfelkern komplett verschwindet.
Bei Calvados beziehen sich die gängigen Stufen auf die Mindestlagerzeit (entscheidend ist in der Praxis die jüngste verwendete Komponente):
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Fine / Trois Étoiles / VS: mindestens 2 Jahre
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Vieux / Réserve: häufig 3 Jahre
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VSOP: mindestens 4 Jahre
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XO / Hors d’Âge / Très Vieux: mindestens 6 Jahre
Zusätzlich gibt es Millésimé (Vintage/Jahrgang), bei dem ein einzelner Jahrgang im Fokus steht – oft mit sehr eigenem Charakter.
Für Calvados werden meist Cidre-Äpfel verwendet, die in unterschiedlichen Kategorien liegen (von süss bis bitter/herb und säurebetont). Produzenten arbeiten oft mit Mischungen, um Balance zu erreichen: Frucht, Säure, Struktur und aromatische Tiefe.
In der Appellation Calvados Domfrontais ist Birne besonders wichtig: Dort muss Calvados aus einem hohen Birnenanteil bestehen, und auch die Reifungsvorschriften sind strenger.
Das führt häufig zu einem Profil, das neben Apfel eine frische, oft florale Birnennote mitbringt.
Die Herstellung verläuft typischerweise in drei Etappen:
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Pressen & Fermentation: Apfelsaft wird zu Cidre vergoren.
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Destillation: Der Cidre wird destilliert – je nach Appellation/Produzent einfach oder doppelt.
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Reifung: Danach reift der Brand in Eichenfässern, wodurch Farbe, Textur und zusätzliche Aromen entstehen.
Gerade die Reifezeit und Fassauswahl entscheiden stark, ob ein Calvados eher frisch-fruchtig oder dicht, würzig und holzbetont wirkt.
Calvados stammt aus der Normandie (Nordwestfrankreich) und ist über Appellationen (AOC) geregelt. Die drei bekannten Herkunftsbezeichnungen sind Calvados AOC, Calvados Pays d’Auge AOC und Calvados Domfrontais AOC.
Diese Appellationen definieren unter anderem Rohstoffanteile, Herstellungsdetails und Reifezeiten – deshalb können Calvados aus verschiedenen Teilregionen spürbar unterschiedlich wirken (z. B. mehr Birne in Domfrontais, oft mehr Struktur/Tiefe in Pays d’Auge).
Calvados ist ein französischer Obstbrand aus der Normandie, der aus vergorenem Apfelmost (Cidre) und – je nach Appellation – auch aus Birnenmost (Poiré) gewonnen wird. Nach der Fermentation wird der Cidre destilliert und der Brand in Eichenholz gereift, wodurch sich neben Apfelnoten auch Vanille-, Gewürz- und Holznuancen entwickeln. Calvados ist dabei keine „beliebige“ Apfelspirituose, sondern ein geschütztes Herkunftsprodukt mit klaren Regeln.
Über Calvados
Calvados klingt nicht nur exotisch, sondern ist es auch. Dieser Apfelbranntwein aus Frankreich hat eine geschützte Herkunftsbezeichnung und ist für Personen mit besonders hohen Ansprüchen perfekt. Dem Weinb rand Cognac ist dieser Apfelbranntwein sehr ähnlich, wird aber nicht aus Weißwein sondern Cidre oder Apfelsaft gewonnen. Obwohl der Begriff Wein in der deutschen Übersetzung vorkommt, handelt es sich nicht um Wein. Sondern um eine Spirituose aus dem französischen Département Calvados in der Normandie.
Nur Destillate aus dieser Region dürfen so heissen. Diese regionale Spezialität kann man bis ins Jahr 1553 zurückverfolgen. Damals und bis zum zweiten Weltkrieg galt Calvados aber als günstiger und lokaler Schnaps für Bauern. Exporte gab es praktisch nicht. Unter deutscher Besatzung wurde 1942 das Bureau National Interprofessionnel des Calvados et Eau-de-Vie-de-Cidre (BNICE) gegründet, was unmittelbar zu einer Qualitätsverbesserung und einer professionellere Vermarktung des Produkts führte. Die Herkunftsgrenzen und die Produktqualität wurden von nun an durch das Büro überwacht. Bis zum Ende der 1980er Jahre stieg die deutsche Bundesrepublik zum internationalen Hauptabnehmer von Calvados auf - noch vor der Schweiz, Japan und Belgien. Auch beim Kochen und Essen ist dieser aus Apfelmost vergorene Wein als Calvados-Sauce bekannt und kommt in vielen Rezepten vor oder passt perfekt zum Dessert.
Für die Produktion von Calvados wird frischer Apfelmost ein paar Wochen lang zu Cidre vergoren. Dieser Prozess ist komplett natürlich. Der Alkoholgehalt beläuft sich zu diesem Zeitpunkt auf etwa 5 Volumenprozente. Insgesamt sind für die Herstellung nur 48 unterschiedliche Apfelsorten zugelassen. Meistens werden 40% süsse Äpfel, 40% bittere und 20% saure Äpfel gemischt. Der Cidre für Calvados wird ein bis zwei Jahre länger im Fass gelagert als der zum Trinken gedachte. Darauf folgt der Destillationsprozess, der aus zwei Stufen besteht. Der Rohbrand, also der erste Brand, hat etwa 25 Volumenprozente Alkohol. Man nennt ihn auch kleines Wasser – petite eau. Er kann auf zwei verschiedene Arten gebrannt werden. Entweder kontinuierlich oder aufwendig und qualitativ hochwertig in traditionellen Kupferbrennblasen, den sogenannten Alambique de Charentes. Hier gibt es einen Vorheizer zwischen der Brennblase und der Kühlspindel. Das kleine Wässerchen wird weiter gelagert und dann noch einmal gebrannt. Daraus entsteht der zweite Brand respektive Feinbrand. Nun liegt der Alkoholgehalt bei etwa 70%. Die Farbe ist nun klar wie Wasser. Die Spirituose wird nun noch einmal zwei bis sechs Jahre in Fässern aus Eiche oder Kastanie gelagert. Zum Schluss folgt die Verdünnung auf Trinkstärke und die Abfüllung in Flaschen.
Calvados wird umso samtiger und aromatischer je älter er ist. Seine Farbe ist zwischen bernsteinfarbig bis cognacbraun. Für die Altersbezeichnungen gibt es folgende Kategorien: VO oder vieille réserve für vier Jahre, VSOP für mindestens vier und manchmal auch fünf Jahre und Napoléon oder X.O. respektive Hors d’Age für Extra Old und mehr als sechs Jahre.
Man teilt Calvados in drei unterschiedliche Sorten ein: Calvados, Calvados Pays d’Auge und Calvados Domfrontais. Das Institut national de l’origine et de la qualité (INAO) legt die Herstellungsgebiete ganz genau fest. Die Ernte der Äpfel, die Aufbereitung und die Destillation, also die komplette Herstellung, müssen komplett in den jeweiligen Gebieten stattfinden.
Eine der edelsten Calvados-Sorten ist der Calvados Drouin von Christian Drouin, wahrscheinlich besser bekannt unter seinem früheren Namen Coeur de Lion. Er hat über die Jahre mehr als 200 Medaillen gewonnen, unter anderem alle höchsten Auszeichnungen, die ein Calvados gewinnen kann.
Wir haben diese Marken und Produzenten im Sortiment, die Sie bestellen oder in Zürich kaufen können:
• Boulard
• Busnel