BERLINER BRANDSTIFTER
Jetzt entdeckenBrandy | Weinbrand
Brandy lässt sich aromatisch gut kombinieren, weil er oft Frucht, Holz und Würze verbindet. Typische Pairings sind dunkle Schokolade, Nüsse (z. B. Mandeln, Haselnuss) und Trockenfrüchte, weil Röstaromen und Süsseindruck harmonieren. Zu kräftigem Käse (z. B. gereifte Hartkäse oder Blauschimmel) kann Brandy spannenden Kontrast liefern: salzig-umami trifft auf runde Fassnoten.
Auch in der Küche wird Brandy verwendet, etwa zum Aromatisieren von Desserts, in Saucen oder zum Ablöschen – immer dosiert, damit er nicht dominiert.
Brandy ist aufgrund von Alkoholgehalt und Herstellungsweise meist sehr lange stabil. Ungeöffnet bleibt er bei kühler, dunkler Lagerung in der Regel über lange Zeit konstant. Nach dem Öffnen ist Brandy weiterhin genusstauglich, allerdings können sich Aromen mit der Zeit verflachen, vor allem wenn viel Luft in der Flasche ist. Praktische Regeln: stehend lagern, vor Sonne/Hitze schützen und gut verschliessen. Wenn nur noch wenig Inhalt übrig ist, kann ein kleineres Gefäss den Luftkontakt reduzieren.
Bekannte Namen unterscheiden sich vor allem nach Herkunft und Stil (Reifung, Süsseindruck, Fasscharakter). Beispiele sind Asbach (Deutschland), St-Rémy (Frankreich) sowie spanische Brandys wie Torres, Carlos I oder Cardenal Mendoza.
Für die Auswahl ist weniger der Markenname allein entscheidend als Angaben wie Reifeklasse, Holzfass-/Solera-Hinweise, % vol und ob es sich um eine klar geregelte Herkunftskategorie handelt.
Bei Brandy gibt es keinen weltweit einheitlichen Standard für Qualitätsstufen – vieles hängt von Land, Kategorie und Produzent ab. Häufig findest du daher Altersangaben, Fasshinweise oder regionale Klassifikationen.
Die Kürzel VS, VSOP, XO sind besonders aus Cognac bekannt; dort beziehen sie sich auf das Alter der jüngsten Komponente im Blend. Cognac darf zudem erst nach mindestens 2 Jahren Fasslagerung verkauft werden.
Für Cognac gelten als Orientierung: VS mind. 2 Jahre, VSOP mind. 4 Jahre und XO mind. 10 Jahre (Regeländerung seit 2018).
Bei anderen Brandys können ähnliche Begriffe vorkommen, sind aber je nach Herkunft nicht identisch definiert.
Brandy wird häufig pur serviert, damit sich Duft und Textur klar zeigen. Üblich ist ein Glas, das Aromen bündelt (z. B. tulpenförmig); serviert wird oft bei moderater Temperatur. Bei sehr warmem Service wirken Alkoholnoten stärker, bei kühlerem Service treten Frucht und Holz oft klarer getrennt hervor – das ist vor allem Geschmackssache.
Daneben ist Brandy auch eine klassische Cocktail-Komponente (z. B. im Sidecar-Stil): Er bringt Körper, Trauben-/Holznoten und eine runde Basis, die gut mit Zitrus und Bitterkomponenten harmoniert.
Brandy kann – je nach Stil und Alter – von fruchtbetont bis tief würzig reichen. Jüngere Qualitäten zeigen oft mehr Trauben-/Obstnoten und eine leichtere Struktur. Mit zunehmender Fassreife treten typischerweise Eichenaromen stärker hervor: Vanille- und Karamelltöne, nussige Anklänge, Gewürznoten und Nuancen von getrockneten Früchten. Da Brandy/Weinbrand nicht aromatisiert sein darf, stammt ein grosser Teil der „Würze“ aus Destillation und Holzreifung.
Für Brandy werden häufig weisse Rebsorten verwendet, die eher neutral wirken und genügend Säure mitbringen – das ist für eine saubere Destillation und eine stabile Fassreife hilfreich. Je nach Region sind andere Trauben typisch: In Cognac spielt Ugni Blanc eine zentrale Rolle, und auch Colombard kann verwendet werden.
In Spanien ist Airén eine wichtige weisse Sorte, die u. a. auch als Basis für Brandy genutzt wird.
Unterm Strich gilt: Die Traube ist ein Baustein – mindestens genauso prägend sind Destillation, Fassreife und Blending.
Die Herstellung beginnt mit einem Grundwein, der meist eher neutral und säurebetont ausfällt – ideal, um nach der Destillation ein klares Aromengerüst zu liefern. Danach wird destilliert: Das Ergebnis ist Weinbrand (bzw. ein weinbasierter Brand), der anschliessend in Eichenholz reift. Die Fassreife bringt Struktur und typische Noten wie Vanille- und Röstaromen. Viele Abfüllungen entstehen als Blend: Destillate aus verschiedenen Fässern und Jahrgängen werden so kombiniert, dass ein bestimmter Stil verlässlich wiedererkennbar bleibt.
Für Brandy/Weinbrand in der EU sind zudem zentrale Eckpunkte definiert (u. a. Mindestlagerung in Eiche, kein Aromatisieren, erlaubte Farbanpassung mit Karamell, begrenztes Süssungsmittel).
Cognac ist immer Brandy, aber nicht jeder Brandy ist Cognac. Cognac ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung aus der Region Cognac (Frankreich) und unterliegt festen Vorgaben, z. B. zur Herkunft, Herstellung und Mindestlagerung.
Brandy/Weinbrand ist dagegen der Oberbegriff: Er kann aus unterschiedlichen Ländern stammen und je nach regionalem Standard sehr verschieden ausfallen (Rohwein, Destillationsstil, Fassmanagement, Blending).
Brandy (engl.) bzw. Weinbrand (dt.) ist ein weinbasierter Spiritus: Er entsteht aus Weinbrand (wine spirit), dem je nach Rezept auch Weindestillat beigemischt werden darf (innerhalb definierter Grenzen). In der EU-Kategorie „Brandy/Weinbrand“ gilt u. a.: mind. 36 % vol, Reifung in Eiche (mindestens 1 Jahr in grossen Eichenbehältern oder 6 Monate in kleineren Eichenfässern), keine Aromatisierung, und zur Farbanpassung ist Karamell erlaubt; zudem darf zur geschmacklichen Abrundung begrenzt gesüsst werden.
Über Brandy
Brandy oder Weinbrand , je nachdem in welchen Breitengraden man sich gerade aufhält, bezeichnet eine Gattung von Spirituosen, die aus Weindestillat hergestellt werden. Bei solchen Destillaten handelt es sich um die ältesten Spirituosen der Welt. Die älteste Aufzeichnung stammen aus dem Gebiet der heutigen Türkei, seit 1000 n. Christus. Im Hochmittelalter starteten Weindestillate dann auch ihre Ausbreitung in Europa. Auch sie wurden wie viele andere Spirituosen zuerst zu medizinischen Zwecken genutzt. Und wie kam das Kind zu seinem Namen? Zuerst war der mittelniederdeutsche Begriff brandewin und daraus ergab sich dann der englische Begriff brandy wine, kurz Brandy. Diese Bezeichnung wird in den meisten Ländern in Europa wie Spanien, Italien und England verwendet. Eine entsprechende EU-Verordnung setzt Weinbrand und Brandy heute gleich. Frankreich hat noch andere Bezeichnungen wie Eau-de-Vie-de-Vin oder Cognac oder Armagnac, aber nur für Weinbrände aus dem Gebiet von Charente respektive aus der Cascogne. Cognac war früher der allgemeine Überbegriff für alle Weinbrände, das hat sich heute aber entscheiden geändert und so unterscheidet man die Spirituosen entsprechend.
Die Führung in Sachen Brandy aufgrund der längsten Tradition und den höchsten Produktionszahlen hat ganz klar Spanien. Hier gilt es Andalusien besonders hervorzuheben, denn 90% aller spanischer Brandys werden in der Region Sanlúcar de Barrameda um die Städte Jerez de la Frontera, El Puerto de Santa Maria und eben Sanlúcar de Barrameda hergestellt. Entsprechend werden sie auch mit einer Herkunftsbezeichnung geschützt. In Spanien hat der Brandy drei unterschiedliche Qualitätsstufen oder Qualitätskategorien, die man unterscheidet und auch das Solera System nennt.
Solera bezeichnet einen Brandy, der mindestens sechs Monate fassgelagert wurde. Normalerweise lagert er sogar 18 Monate. Er ist noch relativ hell, leicht und hat einen frischen Geschmack nach Wein.
Solera Reserva ist ein Brandy, der mindestens 12 Monate in einem Fass lagert. Aber er reift meistens bis zu fünf Jahre, also auch deutlich länger. Sein Durchschnittsalter ist drei Jahre. Er ist schon etwas dunkler und aromatischer als ein Solera.
Solera Gran Reserva muss 36 Monate in einem Fass lagern, doch auch diese Dauer wird meistens um ein Vielfaches überschritten. Durchschnittlich reifen Gran Reservs heute mindestens 8 bis 15 Jahre, manchmal auch 25 Jahre oder noch mehr. Es gibt 50, 60 und sogar 70 oder 100 Jahre alte Brandys auf dem Markt. Ihre Nuancen reichen von Kaffee, Schokolade, manchmal auch Rosinen und Pflaumen bis hin zu Karamell mit leichten Vanillenoten.
In der EU gibt es natürlich noch weitere Richtlinien. Diese regeln unter anderem auch den Mindestalkoholgehalt, den höchstzulässigen Methanolgehalt sowie den Gehalt anderer flüchtiger Bestandteile, die allgemeine Zusammensetzung und die Mindestreifungsdauer. Weiter ist Weinbrand in der EU ein geschützter Begriff für eine Spirituose, die ihren Alkoholinhalt ausschliesslich durch Wein bezieht.
Neben Spanien wird auch in Italien fleissig Brandy produziert. Hier ist sicher der Vecchia Romagna der bekannteste. In Portugal hat die Produktion von Weinbrand ebenfalls Tradition. Hier kennt man wohl am ehesten den Macieira. Auch in der Schweiz und in Griechenland wird Brandy produziert.
Die Produktion läuft in allen Ländern etwas unterschiedlich ab. So hat jedes Land seine eigenen Traubensorten, die für das jeweilige Weindestillat verwendet werden. Dabei ist das Anfangsprodukt immer ein acht- bis 12%-iger Wein, der ein hohes Säuregehalt hat. Dieser wird in einem zweistufigen Verfahren destilliert. Nach diesem Schritt hat das Endprodukt unverdünnt einen Alkoholgehalt von bis zu 85%. Anschliessend folgt die Lagerung in Fässern aus Eiche. Dadurch erhält der Weinbrand weitere Aromen und wird bräunlich gefärbt. Dann wird noch Wasser beigefügt und so sinkt die Trinkstärke der Brandys auf 36% bis 50%. In Spanien mischt man Brandys aus zwei unterschiedlichen Destillaten zusammen: aromareiche Holandas und stärkere aber neutralere Destilados. Diese reifen dann im Solera-Verfahren weiter.
Bei uns finden Sie folgende Marken und Produzenten im Sortiment:
• Domecq
• Bols
• Asbach
• Metaxa
• Carlos I
• Osborne