Blended
Einige bekannte Beispiele für Blended Rum (als Orientierung, ohne Anspruch auf Vollständigkeit) sind:
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Planteray (Plantation) Original Dark – ein Blend aus Barbados- und Jamaika-Rums.
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Appleton Estate Signature – Blend-Komposition aus mehreren jamaikanischen Rums.
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Mount Gay XO Triple Cask Blend – Blend aus unterschiedlichen Destillaten/Fassarten.
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Samaroli Blended Rums (unabhängiger Abfüller, je nach Edition) – klar als „Blended Rum“ ausgewiesen.
Solche Beispiele zeigen gut, wie breit das Spektrum ist: vom barfreundlichen „Dark Blend“ bis zum komplexen, stärker kuratierten Blend.
Viele Blended Rums werden bei rund 40% vol. abgefüllt, es gibt jedoch auch deutlich stärkere Varianten (z. B. 43–55% vol. und darüber). Ein extremes Beispiel sind „Overproof“-Abfüllungen, die bewusst sehr hochprozentig sind.
Für die Sensorik heisst das: Mehr Volumenprozent kann mehr Aroma und Struktur tragen – wirkt aber auch intensiver. Für Cocktails ist die Stärke oft Teil des Stilziels.
Blended Rum ist oft ein Allrounder:
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Gereifte Blends werden häufig pur verkostet, weil Holz, Frucht und Würze schön zusammenfinden.
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Dunklere oder kräftigere Blends sind beliebt als Cocktailbasis, weil sie im Mix präsent bleiben (z. B. in Rum-Old-Fashioned- oder Tiki-Stilen).
Entscheidend ist die Abfüllstärke und Aromatik: Ein leichter Blend kann in Highballs glänzen, ein kraftvoller Blend trägt auch komplexe Cocktails.
Viele Blended Rums sind so komponiert, dass sie harmonisch wirken: runde Süßeindrücke, Frucht, Gewürz, bei gereiften Blends auch Vanille-/Holznoten – ohne dass einzelne Kanten dominieren.
Aber „Blended“ heisst nicht automatisch „mild“: Wenn kräftige Komponenten (z. B. pot-still-lastige Partien oder hochprozentige Bestandteile) enthalten sind, kann ein Blend sehr intensiv sein. Am Ende bestimmen Stilziel und Komponentenwahl, ob das Ergebnis eher weich, würzig, fruchtig oder funky wirkt.
Ein Multi-Island Blend mischt Rums aus verschiedenen Herkunftsländern. Typisch ist, dass damit Stärken kombiniert werden: z. B. eine eher runde, strukturierte Basis aus einer Region plus eine aromatisch-intensivere Komponente aus einer anderen.
Solche Blends können sehr charaktervoll sein, weil sie Kontraste (Frucht/Würze/Körper) bewusst zusammenführen. Ein Beispiel für so einen Ansatz ist ein Blend aus Barbados- und Jamaika-Rums, wie er bei gewissen Abfüllungen explizit beschrieben wird.
Eine Altersangabe auf einem Blend kann – je nach Herkunft/Regelung – unterschiedlich gemeint sein. Häufig (aber nicht immer) gilt: Die Zahl steht für das jüngste Destillat im Blend. In anderen Fällen wird ein Durchschnitt oder eine Hausdefinition verwendet.
Für eine saubere Einordnung lohnt ein Blick auf Etikett/Produzententext: Hinweise wie „blend of rums aged …“ oder transparente Batch-Infos helfen, das Alter korrekt zu verstehen. Wenn keine Details angegeben sind, ist die Alterszahl allein nur ein Teil der Geschichte – Fassart, Klima und Blending-Entscheide prägen genauso stark.
Vereinfacht läuft Blending so ab: Zuerst werden geeignete Komponenten ausgewählt (z. B. nach Fass, Alter, Destillationsart). Dann folgt die Vermählung (Blend) – häufig mit anschliessender Ruhephase („Marriage“), damit sich die Aromen besser integrieren.
Viele Blends kombinieren auch Pot-Still- und Column-Still-Destillate: Pot Still bringt oft mehr Körper und intensive Aromen, Column Still eher Leichtigkeit und Klarheit.
Single Cask bedeutet in der Regel: Abfüllung aus einem Fass – oft mit sehr eigenem Charakter und natürlichen Schwankungen. Single Origin (je nach Hersteller/Abfüller) deutet meist auf eine Herkunft oder eine dominierende Quelle hin.
Blended Rum kombiniert dagegen mehrere Partien. Das Ergebnis ist oft ausgewogener und gezielt „gebaut“ – entweder für einen konstanten Hausstil oder als kreative Komposition (z. B. multi-island Blends).
Blending ist beim Rum ein Handwerk, um Aromen auszubalancieren (z. B. Frucht, Würze, Holz, Süßeindruck) und eine konstante Hausstil-Signatur zu erreichen.
Ein Blender kann etwa sehr aromatische Partien dosiert einsetzen, um Tiefe zu geben, und leichtere Komponenten ergänzen, um das Ergebnis rund und trinkflussig zu gestalten. So entstehen sowohl Allrounder für Bar-Anwendungen als auch komplexe Abfüllungen für bewusstes Verkosten.
Als Blended Rum bezeichnet man Rum, der aus mehreren Komponenten zusammengestellt wird – etwa aus unterschiedlichen Fässern, Destillaten (z. B. Pot Still und Column Still), Jahrgängen oder sogar verschiedenen Herkunftsländern. Ziel ist ein harmonisches, reproduzierbares Geschmacksprofil oder eine bewusst komponierte Stilistik.
Wichtig: „Blend“ ist kein Qualitätsurteil – viele bekannte Rumstile basieren traditionell auf Blending, um Balance, Tiefe und Konstanz zu erreichen.